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Markt23 septembre 2026

Ein Halbjahr schlägt das ganze Vorjahr, nur beim Zählen ist sich niemand einig

Im ersten Halbjahr 2026 wurden weltweit zwischen 19'100 und gut 22'000 humanoide Roboter ausgeliefert, mehr als im ganzen Jahr 2025. Über 97 Prozent kommen aus China, AgiBot und Unitree halten zusammen drei Viertel des Markts. Chinesische Verbände melden allerdings fast doppelt so viel, und ob die Roboter arbeiten oder vorführen, ist umstritten.

Ein Halbjahr schlägt das ganze Vorjahr, nur beim Zählen ist sich niemand einigImage symbolique · générée par IA

Im ersten Halbjahr 2026 sind weltweit zwischen 19'100 und gut 22'000 humanoide Roboter ausgeliefert worden, je nachdem, welches Analysehaus man fragt. Das ist rund dreimal so viel wie ein Jahr zuvor und bereits mehr als im ganzen Jahr 2025. Über 97 Prozent stammen von chinesischen Herstellern, AgiBot und Unitree allein kommen auf drei Viertel des Weltmarkts.

Der Markt hat sich damit in sechs Monaten neu sortiert: Wer Humanoide in Stückzahlen kaufen will, kauft in China. Heikel ist nur, wie weit die Zahlen auseinanderliegen. Chinesische Branchenverbände melden 30'000 bis 40'000 Einheiten, und die Analysten sind sich nicht einmal einig, ob die Mehrheit der Roboter arbeitet oder bloss vorführt.

Die tiefere Zahl stammt von Smart Analytics Global, einem kalifornischen Marktforscher, der für das erste Halbjahr 19'100 Einheiten zählt, nach 5'100 im Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert ist vor allem die Reihenfolge an der Spitze. AgiBot aus Shanghai hat Unitree überholt und kommt auf rund 8'400 Roboter und 44 Prozent Marktanteil, Unitree auf 5'900 Stück und 31 Prozent. Dahinter wird es schnell dünn: Galbot mit rund 900 Einheiten auf Rädern, UBTech mit etwa 700 und Leju mit rund 600. Counterpoint Research hat am 20. August nachgelegt und kommt auf über 22'000 Roboter, bei ähnlicher Rangfolge, aber durchwegs höheren Werten pro Hersteller. Die Differenz ist kein Rechenfehler. Ob eine Bestellung, eine Lieferung an einen Händler oder ein beim Kunden laufendes Gerät zählt, legt jedes Haus selbst fest.

Noch weiter oben liegen die Zahlen aus China. Die Humanoid Robot Scene Application Alliance meldet allein für chinesische Hersteller über 30'000 Einheiten, das Komitee der 100 für humanoide Robotik und verkörperte Intelligenz sprach an einer Konferenz im August sogar von mehr als 40'000. Solche Verbände haben ein offensichtliches Interesse an grossen Zahlen, und eine unabhängige Statistik, wie sie der Weltverband IFR seit Jahrzehnten für Industrieroboter führt, gibt es für Humanoide schlicht noch nicht. Für Investoren ist das mehr als eine Fussnote. Unitree holt sich mit seinem Börsengang in Shanghai rund 6,1 Milliarden Yuan, und die Bewertung lebt von der Erwartung, dass diese Kurven so weiterlaufen.

Noch unangenehmer ist der Streit darüber, was die Maschinen eigentlich tun. Smart Analytics sieht über 70 Prozent der ausgelieferten Roboter in Industrie und Gewerbe, vor allem in Fertigung, Logistik und Lager, nach rund der Hälfte im Vorjahr. Counterpoint kommt zum gegenteiligen Schluss: Über 60 Prozent gingen in Unterhaltung, Auftritte, Datenerfassung und Forschung. Beides kann stimmen, je nachdem, wie man einen Humanoiden einordnet, der in einer Fabrikhalle steht und dort Trainingsdaten sammelt. Für 2025 hatte Omdia den Anteil der Geräte im echten Produktiveinsatz noch auf rund zehn Prozent geschätzt. Dass er sich in einem halben Jahr versiebenfacht haben soll, darf man bezweifeln.

Bei den Prognosen fürs Gesamtjahr gehen die Meinungen weniger auseinander, als man erwarten würde. Counterpoint rechnet mit über 50'000 Einheiten, Smart Analytics mit rund 60'000 und einem Branchenumsatz von 1,6 Milliarden Dollar, was einen Durchschnittspreis von knapp 27'000 Dollar pro Roboter ergibt. Die chinesische Allianz erwartet allein im eigenen Land über 85'000. Bis 2030 sollen es laut Smart Analytics jährlich 500'000 sein. Aufschlussreich ist auch die Nachfrageseite: Rund 85 Prozent der Roboter bleiben in China. Der Rest der Welt teilt sich also nicht einmal jeden sechsten Humanoiden.

Für Käufer in der Schweiz ist die Lage damit klarer als noch im Frühling. Tesla, Figure und Agility liefern weiterhin in Hunderten und vor allem an eigene Werke oder enge Partner, frei bestellbar sind in nennenswerter Zahl fast nur chinesische Geräte. Seit die USA neue Roboter aus China nicht mehr ins Land lassen, rückt Europa als offener Markt zusätzlich in den Fokus der Hersteller aus Shanghai und Hangzhou. Das dürfte Preise und Lieferzeiten hierzulande eher entspannen. Die offenen Fragen verschieben sich dafür zu Service, Ersatzteilen und Datensicherheit, wie die Ende August bekannt gewordene Bluetooth-Lücke im Unitree G1 gezeigt hat. Wer heute einen Humanoiden beschafft, sollte deshalb weniger auf die Stückzahlen der Hersteller schauen als darauf, wer ihn in drei Jahren noch wartet.

Cet article a été rédigé avec le soutien de l'intelligence artificielle et vérifié par la rédaction. L'image d'illustration est une image symbolique générée par IA, et non une photo de presse.